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Traumafolgen für Interessierte Leser zum besseren Verständnis

 

In unserer Welt gab es immer schon potentiell traumatisierende Ereignisse. Allein die Entstehung der Erde muss mit gewaltigen Kräften einhergegangen sein.

Das menschliche Bewusstsein kam erst nach und nach ins Spiel und je nach Art, Häufung und Ursprung der gewaltigen Erfahrung einer Naturkatastrophe, eines Überlebenskampfes oder eines schmerzvollen Verlustes lernte das Gehirn Anpassungsvorgänge zu entwickeln.

Wir unterscheiden dabei eine Kampf-Flucht System, dabei geht aus den beschreibenden Worten bereits die Art der Überlebensreaktion hervor, von einem Freeze-Fragment System.

Freeze bedeutet Einfrieren.  Gemeint ist eine Lähmungsreaktion. Es ist als ob das Gehirn sich sagt: Ich bringe den Organismus nicht erfolgreich aus der Situation heraus, und ich kann den aggressiven Reiz nicht niederringen durch äußere Kräfte, also muss ich genau das intern tun. Ich mache den aggressiven Reiz unschädlich, indem ich dem Organismus erlaube, sich innerlich davon zu distanzieren. Eine Flut von Endorphinen – körpereigenen schmerzbetäubenden Opiaten-  hilft bei diesem geistigen Wegtreten und der Neutralisierung akuter Todesangst. Auch das Noradrenalin im Körper aus der Nebennierenrinde, das zunächst zum Tunnelblick verhilft, kann, wenn viel davon durch den Körper rast, die normalerweise integrative Wahrnehmung blockieren. Der Mensch müsste jetzt eigentlich schreien, weinend um Hilfe rufen, zusammenbrechen- doch oft bedeutet die Freeze Reaktion nichts anderes als eine Entfremdung vom Geschehen.

Fragment bedeutet übertragen Zersplittern. Wenn das Freeze immer wieder als einzig mögliche Reaktion gelebt werden muss entsteht im jungen formbaren kindlichen Gehirn die Fragment Reaktion: Die immer wieder erlebte unverstehbare-unvorstellbare Erfahrung wird zersplittert, und diese Splitter werden so  weggedrückt, abgespalten, dass das äußere Ereignis nicht mehr zusammenhängend wahrgenommen und erinnert werden kann. Damit ist nicht mehr schlüssig rekonstruierbar was genau passiert ist,  aber sehr wohl dass etwas Unvorstellbares passiert ist, für das es lange keine Worte gibt.

Wenn Kampf oder Flucht als Überlebensstrategie nicht zur Verfügung stehen, z.B. weil der die Betroffene festgebunden ist, kann das Gehirn auf diesen Sondermodus (Freeze-Fragment) bei extremer Bedrohung zurückgreifen. 

Daraus entstehen für das menschliche Selbst als Einheit schwerwiegende Konsequenzen im Selbst Erleben und Handeln, in der Wahrnehmung der eigenen Lebensgeschichte, die häufig erst im Erwachsenenalter in der gesamten Tragweite erkennbar sind.

Erst dann kann adäquate Hilfe und Unterstützung gesucht und gefunden werden.

Im Alltag  durch Informationen, Freundschaften und das Nutzen der reichlich vorhandenen Fähigkeiten jedes Einzelnen. Im Innen und Aussen.

Und genau hier wollen wir mit unserer Vereinsgründung ansetzen.